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Bei welchem Wind beißen die Fische?
Eine der ältesten Debatten unter Anglern. Eine feste Regel gibt es nicht, aber wenn du verstehst, was der Wind tut, wird das Einschätzen leichter.
Was macht der Wind eigentlich?
Drei Dinge: Er durchmischt das Wasser, treibt die Köderfische und verändert die Wassertemperatur. Wie die Fische reagieren, ergibt sich aus der Kombination dieser drei.
- Auflandiger Wind — trübt das Wasser, treibt die Köderfische ans Ufer und bringt die Räuber hinterher. Meistens gut.
- Ablandiger Wind — das Wasser wird klar, die Fische ziehen hinaus und in die Tiefe. Die Wurfweite wächst, aber die Fische entfernen sich.
- Küstenparalleler Wind — erzeugt Strömung; an Kaps und Molenköpfen kann er für Ansammlungen sorgen.
Mit ihren lokalen Namen
An den Küsten der Türkei werden die Winde nach ihrer Richtung benannt, und ihre Wirkung unterscheidet sich je nach Küste:
- Poyraz (Nordost) — lässt an der Schwarzmeerküste die Welle schnell wachsen. Im Marmarameer kühlt er das Wasser ab.
- Lodos (Südwest) — erwärmt und trübt das Wasser im Marmarameer; frischt er auf, baut er See auf.
- Yıldız (Nord) — macht an offenen Nordküsten schnell Welle.
- Keşişleme (Südost) — bringt in der Ägäis und im Mittelmeer feuchte, milde Luft.
Bis zu wie viel m/s fährt man raus?
Für das Angeln vom Ufer sind 8 m/s eine praktische Obergrenze. Darüber wird das Auswerfen schwer, die Schnur verweht und die Welle beginnt zu wachsen. An Felsküsten wird nasser Stein glatt — auch wenn der Wind unter der Grenze bleibt, kann Wellenspritzer gefährlich werden.
Der Wind allein reicht nicht
Auf den Wind zu schauen und die Welle zu übersehen ist ein häufiger Fehler. Auch wenn der Wind einschläft, kann die Dünung stundenlang weiterlaufen. Lies für deine Entscheidung alle drei zusammen: Wind, Welle und Luftdrucktendenz.
Die Angaben hier dürfen nicht zur Navigation verwendet werden. Wenn du mit dem Boot hinausfährst, sieh in die amtlichen Wetterquellen.
Piscatorium